Fachbeiträge

Begriffsklärungen

Manchmal ist der Religionsunterricht eigentlich Katechese. Und manchmal finden beide Formen sowohl in der Schule als auch in der Pfarrei statt. Doch worum handelt es sich dann überhaupt?

Schon seit längerem werden die Bezeichnungen für verschiedene Formen von religionspädagogischem Handeln unterschiedlich verwendet. Und bisher stellte das meistens auch kein grösseres Problem dar. Doch spätestens seit der Covid-19 Pandemie und den damit verbundenen teilweisen Restriktionen ist es wichtig, Unterschiede wahrzunehmen und sie in einem Bezugsrahmen einordnen zu können. So hat beispielsweise das Bistum Basel in den FAQ zu den Covid-Bestimmungen immer wieder zum Religionsunterricht Stellung genommen, dabei aber nicht hinreichend zwischen Religionsunterricht und Katechese, sowie zwischen den Lernorten Schule und Pfarrei unterschieden. In der Folge ist es verschiedentlich zu Unsicherheiten gekommen, was nun genau erlaubt ist – und was nicht. Wenn beispielsweise der Unterricht der Volksschule von Seiten BAG und Bundesrat erlaubt ist, die Katechese gemäss den Regelungen des Bistums jedoch nicht – darf dann der konfessionelle Religionsunterricht der Kirchen stattfinden? Stellt es dabei einen Unterschied dar, ob der Unterricht in einem Klassenzimmer oder im Pfarreisaal erfolgt?

Um Unsicherheiten zu reduzieren und den Versuch einer sprachlichen Klarheit zu unternehmen, hat die Diözesane Katechetische Kommission (DKK) des Bistums Basel ein Dokument mit Begriffssklärungen erarbeitet und den Fachstellen zur Verfügung gestellt. Darin wird sowohl zwischen Lernorten (Schule und Pfarrei/Kirchgemeinde) als auch zwischen inhaltlichen Schwerpunkten (Religionsunterricht und Katechese) unterschieden.

Das erwähnte Papier ersetzt nicht die Diskussion, die auch zukünftig geführt werden muss. Es bleiben weiterhin inhaltliche Fragen dazu offen, was zur Katechese gezählt wird – und wie sich diese vom Religionsunterricht unterscheidet. Hingegen sind die Begriffsklärungen als Beitrag dazu zu verstehen, dass nicht jede Pfarrei selber interpretieren muss, was sie unter welchem Begriff versteht. Und dass sich das Pastoralamt des Bistums Basel und die DKK diesbezüglich einigen konnten, bleibt wohl auch für die Arbeit nach der Covid-19-Pandemie wertvoll.

 

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Daniel Ritter ist Theologe und Religionspädagoge und seit 2012 Leiter der Fachstelle Religionspädagogik im Kanton Thurgau.
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