Fachbeiträge

Wie machst du deine Arbeit mit Jugendlichen sichtbar?

Du machst tolle Arbeit mit Jugendlichen? Aber wie wird deine Arbeit auch für andere sichtbar ? Welche Medien kannst du wie zielgerichtet nutzen und welche Chancen bieten Soziale Medien?

In meinen Beratungen stelle ich immer wieder den Frust von Angestellten im Bereich Jugendarbeit/Jugendkatechese fest, die gute Arbeit leisten, dafür aber wenig Würdigung erfahren. Wenn ich nachfrage, wie wirksam sie ihre Kommunikation einschätzen, schaue ich oft in erstaunte Gesichter. Zusammen mit Marcel Küng von der Jugendseelsorge Zürichhabe ich im März zu diesem Thema eine Weiterbildung für Jugendarbeitende und Angestellte aus Katechese und Oberstufenunterricht angeboten. Gleich vorweg: wir setzen gute inhaltliche (Jugend-)Arbeit voraus und bieten keine Anleitung, etwas besser aussehen zu lassen, als es ist.

Klassische Medienarbeit als Mitteilungs-Arbeit

Aus der klassischen Medienarbeit, bei der es oftmals um das Mitteilen von Sachverhalten geht, kann man sich einige Prinzipien zu Nutzen machen:

  • Hab eine Botschaft: verwende Emotionen stiftende Bilder (Personen wirken besser als Gegenstände). Dazu ist es hilfreich, jemanden mit der Bildherstellung zu beauftragen. Schreibe ansprechende Texte. Vielenorts findest du Menschen, die dich dabei unterstützen. Arbeite mit markanten Phrasen und bring die Botschaft auf den Punkt.
  • Beachte die Reihenfolge deiner Botschaft: beginne mit dem „Warum“. Warum hast du etwas getan? Was steckt dahinter? Erst dann folgt, wie du etwas getan hast und was du getan hast. Die umgekehrte Reihenfolge (so wird es meistens gemacht), ist wenig interessant. Beim „Warum“ hören viele bereits nicht mehr zu.
  • Wähle den passenden Kanal: dieser richtet sich nach der Botschaft im Verhältnis zur Zielsetzung/Zielgruppe unter Berücksichtigung des Budgets. Möglich sind zum Beispiel Homepage, Flyer, Annoncen, Aushang, Beitrag oder Bericht auf einem Blog, in einer Zeitung, einem Fachmagazin oder ein Newsletter.
  • Bestimme deine Zielgruppe: wen willst du erreichen? Alle zur gleichen Zeit gleich gut zu erreichen ist nicht möglich. Wähle aus und kommuniziere zielgerichtet. Marcel und ich haben dir eine Liste mit möglichen Zielgruppen für die offene Jugendarbeit und die kirchliche Arbeit mit Jugendlichen zusammengestellt. Du findest sie > hier.

Bei klassischer Medienarbeit ist es schwierig zu evaluieren, wie effektiv sie war. Meinungsumfragen und Medienüberwachungen sind aufwändig, Gespräche und Rückmeldungen selten repräsentativ.

Fazit: Bei der klassischen Medienarbeit  als Mitteilungs-Arbeit treten Jugendarbeitende zwischen die engagierten Jugendlichen und die Adressierten. Die Kommunikation ist monologisch und die Jugendlichen selbst sind oft kein Teil davon. Im Idealfall trägt das Sichtbarmachen der Arbeit als Form der Lobbyarbeit zur Aufwertung der eigenen Arbeit und zur Sicherung der Anstellung bei. Zugleich kann das Sichtbarmachen der Werbung für das eigene Klientel dienen. Den Präsentations-Teil zur klassischen Medienarbeit aus unserer Weiterbildung kannst du dir auch in meiner Swayansehen.

Die Wirksamkeit der eigenen Kommunikation analysieren

Es lohnt sich die Wirksamkeit der eigenen Kommunikation anhand konkreter Indikatoren zu überprüfen. Wenn diese fehlen, kann auch eine subjektive Einschätzung nützlich sein. Denk an eine konkrete zurückliegende Veranstaltung und verwende >dieses Blatt. Du kannst die Zielgruppen auf der Skala auch anpassen. Wie zufrieden bist du mit dem Ergebnis?

Ins Gespräch kommen: Social Media einbeziehen

Wer Social Media Plattformen nur als weitere Kanäle betrachtet, um eigene Informationen zu verbreiten, hat das Soziale an Social Media nicht verstanden. Einen Überblick bietet die >Prezivon Marcel Küng. Folgende Themen werden von Marcel Küng darin behandelt: 1.: Unterschied von Massenmedien und Social Media; 2.: wie Social Media richtig genutzt werden können, um einen Mehrwert bieten; 3.: verschiedene Einsatzmöglichkeiten.

Social Media bieten dann einen Mehrwert, wenn Sie nicht wie klassische Medien genutzt werden und den persönlichen Kontakt ergänzen, statt ihn zu ersetzen. Sie können eine Form darstellen, wie du die Mittlerrolle zwischen beteiligten Jugendlichen und interessiertem Publikum verlässt und stattdessen die Jugendlichen partizipativ einbindest. Zugleich kann durch den Einsatz von Social Media selbst etwas entstehen, über den es sich zu berichten lohnt. Wenn du den Umgang mit den eingesetzten Medien in der Jugendarbeit thematisierst, leistest du zudem einen Beitrag zur medienpädagogischen Förderung der Jugendlichen.

Ausprobieren und weitere Tipps

Die Teilnehmenden unserer Weiterbildung waren sehr motiviert, den Worten auch Taten folgen zu lassen. Hier sind ein paar der Vorsätze, die sie gefasst haben:

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Am Rande der Weiterbildung haben wir auch über einige Programme/Tools/Hilfestellungen gesprochen, die dich bei deiner Arbeit unterstützen. Die Liste dazu findest du >hier.

Am Ende interessiert mich natürlich, welche Vorschläge du hast, wie Arbeit mit Jugendlichen sichtbar werden kann? Ich freue mich auf deinen Kommentar.

David Wakefield leitet das Fachzentrum Katechese am RPI an der Universität Luzern. In Zürich ist er Ausbildungsleiter an der Fachstelle für Religionspädagogik. david.wakefield@unilu.ch David auf Twitter David auf Facebook CC BY-NC-SA 3.0  David Wakefield | reli.ch
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