Materialien

Film

Spaghetti für Zwei

Die Geschichte ist allgemein bekannt: Eine Frau kauft sich an einem Imbiss einen Teller Suppe, geht aber nochmals zurück, um einen Löffel zu holen. Als sie wieder an den Tisch kommt, löffelt bereits ein Schwarzer „ihre“ Suppe. Spaghetti für Zwei greift diese Geschichte auf, ergänzt sie aber durch Nebenszenen und bildhaft ausgekleidete Visionen, um daraus einen Spielfilm zu machen, der nicht nur im Unterricht seinen Platz finden dürfte: Eingebettet in die humorvolle Handlung greift er spielerisch die Themen Vorurteile, Toleranz und die Bereitschaft zu teilen auf und bietet damit eine sehr gute Diskussionsgrundlage.

Autor/Herausgeber
Matthias Rosenberger und Betina Dubler (Regie)

Erschienen
2017

Trailer

 

Deshalb lohnt sich das Medium

Die bekannte Geschichte von der unfreiwillig geteilten Suppe zielt recht eindeutig auf das Thema Rassismus ab: Der ungebetene Gast ist dunkelhäutig. Der Film „Spaghetti für Zwei“ geht hingegen auf die bekannte Kinderbuchautorin Federica Kitamura-de Cesco zurück und erweitert den Handlungsradius auf Menschen, bei denen wir allgemein schnell einmal mit vorgefassten Meinungen und Fantasien zur Hand sind: Menschen aus uns unbekannten Kulturen, Clochards oder auch Frauen. So fantasiert der Handlungsträger Finn den Bettler am Strassenrand schnell einmal in eine Schatzkammer hinein, in der unermessliche Schätze gehortet werden. Oder die hübsche Kellnerin im Restaurant mutiert in Finns Fantasie zur Verführerin, die sich willig den Männern in die Arme wirft. Die Arbeit an den Themen des Films wird erleichtert durch das Unterrichtsmaterial, das im ROM-Teil der DVD beigefügt ist. Besonders ansprechend ist auch das Ende des Films, in dem Finn dem Farbigen hinterläuft und mit ihm redet. Worüber, das erfährt niemand, denn der Film kommt gänzlich ohne Sprache aus. So bietet sich den Zuschauern die Möglichkeit, die Dialoge zu ergänzen, Gespräche zu führen, die im Alltag so häufig nicht stattfinden.

 

Medienverleihstelle

Ausleihen / Download
Hier geht’s zum Katalog | (Nutzungshinweis)

Verfasser des Reli-Tipps
Peter WeskampPeter Weskamp,
Leiter Relimedia Zürich
peter.weskamp@relimedia.ch

Besondere Empfehlungen