Fachbeiträge

Gleich am Jahresanfang schöpferisch tätig sein

Das Jahr 2018 ist 16 Tage alt. Also noch sehr jung. Ein wunderbarer Moment, um selber über Anfänge nachzudenken. Oder auch gleich im Religionsunterricht mit den SuS den Blick wagen vom jungen Jahr 2018 zur Welt, die noch jung war.

Als die Welt noch jung war – ein faszinierender Anfang um darüber eine Geschichte zu schreiben oder ins Gespräch zu kommen. Einer der das gekonnt tat, war Jürg Schubiger. Eine seiner Leidenschaften waren die Anfänge. So schrieb er auch viele verschiedene Geschichten über Anfänge. Allen voran – Früher, als die Welt noch jung war.

«Früher, als die Welt noch jung war, gab es noch keine Menschen. Die Kühe mussten noch nicht gemolken, die Hühner noch nicht gefüttert werden. Irgendwie kamen die Tiere auch so ganz gut zurecht. Das dauerte lange. Die Welt war weit und wild. Eines Tages erschien dann doch der erste Mensch, eine Frau.»

So die einleitenden Worte der Geschichte, die bereits für Gesprächsstoff sorgen. Kaum hat die Geschichte angefangen, kommt sie zu einem Unterbruch und beginnt von neuem. Diesmal eine ganz junge Welt, die mehr als tausend Jahre lebte, bis dann wieder eine neue Welt entstand. Adam und Eva? Ja – sie kommen darin auch vor. Dabei wird Adam von Eva ins Leben eingeführt. Und schon beginnt die Geschichte wieder von neuem. Und das Ende der Geschichte?

«War die Welt noch ziemlich in Ordnung… Psst! Nicht weiter. Besser noch einmal von vorn. Diese Geschichte hat kein Ende, aber Anfänge hat sie, viele Anfänge. Früher, als die Welt noch jung war…»

Wie könnte die Geschichte nun weitergehen? Die SuS haben sich an die Aufgabe gewagt und die Geschichte weitergeschrieben. Hierzu einige Beispiele:

«Früher, als die Welt noch jung war…

…gab es noch keine Computer, keine Autos, gar keine Fahrzeuge. Man konnte auch nicht vor dem Fernseher sitzen und die Tagesschau schauen.»

 

…waren meine Familie und ich auch jung.

 

…gab es kein Leben auf der Erde. Erst mit der Zeit entwickelte sich alles. Überall nur Gestein, Felsen, Sand und Wasser. Alles still und ruhig.

 

…gab es überhaupt nichts, kein Land, keine Berge, keine Seen – gar nichts. Allein Gott gab es. Er wollte das ändern.»

 

War das eine Freude, als sie einander die Geschichten vorstellen durften. Selbstverständlich konnten all ihre Geschichten zusammengefügt werden, wie sie eben auch von Jürg Schubiger angefangen wurde. Wie würde ihre Geschichte weitergehen?

Wie ging es im RU dann weiter? Auf kreative Art. Ausgestattet mit Papier und Bleistift gingen die SuS nach draussen, um möglichst viel Muster durch Frottage auf dem Papier zu sammeln. Zurück im Klassenzimmer setzten sie sich mit den Schöpfungsgeschichten der Bibel auseinander und erstellten passend zum Thema ein Leporello. Um zu den einzelnen Tagen ein Bild zu gestalten, verwendeten die SuS die Frottagearbeiten, Farben, buntes Papier oder Ton. Als Abschluss ihres Leporellos fügten sie ihre zum Einstieg ins Thema geschriebene Geschichte ein.

 

Im Anhang finden Sie ein Beispiel von einem solchen Leporello. Selber schöpferisch tätig sein, bereitet den SuS sehr viel Spass und ist eine willkommene Abwechslung im Schulalltag.

Anfangsgeschichten der SuS

Leporellobeispiele

Bruno Durrerist Religionspädagoge, Jugendarbeiter bei der Fachstelle Jugend und junge Erwachsene in Wettingen (Aargau), Selbstständig und Familienvater Facebook Instagram CC BY-NC-SA 3.0  Bruno Durrer | reli.ch
Kompetenz: 1A-3, 2B-3, 2C-3