Christlichen Glauben feiern

Gemeinsames Feiern, Erinnern, Loben und Danken schaffen Struktur ebenso wie Sicherheit und Verlässlichkeit.

Christlich betrachtet stellen das gemeinschaftliche Danken, Beten, Hören der Bibel, Erleben von Stille und Andacht wie auch die Mahlgemeinschaft einen grundlegenden Ausdruck des Glaubens dar.

Das christliche Gottesdienstfeiern, die Liturgie, geht sprachlich zurück auf die Ausübung eines öffentlichen Amtes (griechisch leitourgia) in der Antike. Auch der kultische Dienst am Jerusalemer Tempel wurde als leitourgia bezeichnet – und ist seit dem 9. Jahrhundert für den christlichen Gottesdienst belegt.

 

Fokus Theologie

Liturgie ist die gelebte – und erlebbare – Beziehung zwischen Gott und den Menschen (Mt 18.20: Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.). Liturgie ist ein „Gottesdienst des Lebens“ (Röm 12,1ff.), der die unterschiedlichen Lebensbereiche – und den Körper mit allen Sinnen – in sich vereint und vor Gott trägt.

Es gibt eine Vielfalt der gottesdienstlichen Formen und eine gewisse Unübersichtlichkeit – nicht immer ist eine klare Abgrenzung zu anderen Formen (Hauskreis, Sitzungseinstieg oder Impuls im Religionsunterricht) möglich, da es darin ähnliche oder sogar identische Elemente gibt. Diese Vielfalt ist gewünscht und auch der Tradition entsprechend. Aber auch in Vielfalt und Verschiedenheit soll die Liturgie Sicherheit und Orientierung bieten sowie „Heimat“ vermitteln, damit die Feiernden sich als verbunden erleben. Dramaturgie und Rhythmus werden durch wiederkehrende und erkennbare liturgische Elemente (Gebete, biblische Lesung, Musik, Stille, Rituale und Symbole) gestaltet, durch die das Feiern geprägt wird.

 

Fokus Kompetenz

Liturgisches Feiern soll als Ausdruck des Glaubens erlebt und gestaltet werden. Hierbei stellt die Orientierung in liturgischen Formen die Basis dazu dar, um gemeinschaftlich und tätig mitzufeiern.

Die Kinder und Jugendlichen lernen Gebete (insbes. das Unser Vater / Vater unser) kennen und können sie stimmig verwenden. Sie beheimaten sich in und durch Musik im liturgischen Feiern, deuten christliche Symbole und können sie für ihr Leben interpretieren. Neben dem Wort und dem Bild als geistige Ebene sollen auch sinnliche und leibliche Ausdrucksformen erfahrbar werden.

Die Schüler*innen bzw. Kinder und Jugendlichen erleben im besten Fall Liturgie – und besonders auch die Sakramente – als Geschehen, in dem sich Nähe Gottes ereignen (kath.) bzw. in dem diese sichtbar werden kann (evang.).

 

Literatur zum Weiterlesen

Liborius Olaf Lumma, Crashkurs Liturgie. Eine kurze Einführung in den katholischen Gottesdienst, Regensburg 20122 (Verlag Friedrich Pustet)
Gunda Brüske / Josef-Anton Willa, Gedächtnis feiern – Gott verkünden, Zürich 2013 (TVZ)
Minima Liturgica – Grundsätzliches zum reformierten Gottesdienst, www.gottesdienst-ref.ch/perch/resources/00-02minima-liturgica-1.pdf
David Plüss / Katrin Kusmierz / Matthias Zeindler / Ralph Kunz (Hrsg.), Gottesdienst in der Reformierten Kirche. Einführung und Perspektiven, Zürich 2017 (TVZ)