reli. 2/13: Unser Vater UnserDas Gebet, das Jesus laut Matthäusevangelium, Lukasevangelium und Didache gesprochen hat, hat seinen festen Platz in der persönlichen Frömmigkeit und im Gottesdienst. Doch über die Ausrichtung des Inhalts gibt es verschiedene Auffassungen: Ist er alltagsbezogen? Dann müssten die Aussagen noch heute aktuelle Anliegen vorbringen; der Text ist dann wirklich geeignet zum persönlichen Beten, weil man sich ohne grosse Übersetzungsleistung darin wiederfindet. – Oder ist er christologisch-endzeitlich aufzufassen? In diesem Fall wäre das Gebet also eher ein Bekenntnis zur Hoffnung, die man mit anderen Betern teilt; der Text hat dann eine weniger alltägliche denn theologische Qualität und gehört eher in die Reihe der neutestamentlichen Hymnen, wenn auch mit einer anderen Relevanz, weil er auf Jesus zurückgeführt wird. reli. trägt zum reichlich vorhandenen Vaterunser-/Unservater-Material bei, die beiden beschriebenen Auffassungen gleichzeitig im Blick zu haben: Das Heft will die vielfältigen Verwendungen des Textes vorstellen und nicht auf die Eigenschaft «Grundgebet» reduzieren. reli. bietet dafür Ideen, um einzelne «Bitten» in zeitgenössische Situationen zu übersetzen und mit Leben zu füllen. Aber wir fragen auch, wie wir theologisch vom «Vater im Himmel» sprechen können: Welche konkreten Vater-Gestalten können heute erlebt werden? Wie können wir von diesen auf ein «Vater»-Gottesbild kommen? Und welches Gott-Vater-Bild können wir für Jesus vermuten? reli. 2/13 erscheint am 14. Juni 2013. |
